Umfrage zeigt: Paare sprechen nicht offen über Sexfantasien

Geheime Sexfantasien

Wie offen gehen die Deutschen mit ihren erotischen Fantasien um? Und wie zufrieden sind sie mit ihrem Sexleben? Die Casual-Date-Seite Secret.de hat nachgefragt – mit interessanten Ergebnissen.

Trotz erotischer Fantasien sind viele sexuell nicht zufrieden

Auch heute noch ist das Thema „Sex“ für viele mit Scham behaftet. Es wird nicht gerne darüber gesprochen. Grund genug für das Sexdating-Portal Secret.de den Schleier des Schweigens zu durchbrechen und für Klarheit zu sorgen. In einer über die Gfk durchgeführte repräsentative Umfrage unter 1.000 Deutschen zwischen 18 und 74 Jahren wurde untersucht, wie viele Menschen hierzulande Sexfantasien haben.

Ergebnis: 58 Prozent der Befragten, 70 Prozent der Männer und 46 Prozent der Frauen, geben an, erotische Fantasien zu haben. Mit 31 Prozent haben davon lediglich knapp ein Drittel ihre Wunschliste bereits teilweise abgearbeitet. Ein etwas größerer Anteil (36 Prozent) muss sich hingegen mit vielen unerfüllten Sexfantasien herumplagen.

Allerdings dreht sich nicht bei jedem das schlüpfrige Kopfkino. So sagen mit 42 Prozent viele Umfrageteilnehmer, dass sie keinerlei erotische Fantasien haben. Mit 54 Prozent handelt es sich dabei mehrheitlich um Frauen.

Und wie sieht es mit dem Zusammenhang von Sexfantasien und einem erfüllten Sexleben aus? Die Personen, die hin und wieder erotisch fantasieren, wurden gefragt, ob sie sexuell zufrieden sind. Gerade einmal 31 Prozent dieser Gruppe sehen kaum Verbesserungsbedarf fürs eigene Sexleben (Männer: 30 Prozent, Frauen 33 Prozent). Erotische Fantasien zu haben, scheint also keine Garantie dafür zu sein, dass eine grundsätzliche sexuelle Zufriedenheit besteht. Das zeigt sich auch daran, dass für immerhin 24 Prozent der männlichen und 16 Prozent der weiblichen Kopfkino-Erotiker das Sexualleben nicht erfüllend ist.

Nur ein Viertel spricht offen über erotische Fantasien

Andrea Bräu, Sexexpertin von Secret.de und Sexualtherapeutin, erklärt: „Sex ist die intimste nonverbale Kommunikation, die wir haben.“ Aus diesem Grund sei es für ein erfülltes Sexualleben essentiell, sich die eigenen erotischen Vorlieben klar zu machen. Noch wichtiger wäre es allerdings, die intimen Bedürfnisse des Sexualpartners wahrzunehmen – entweder über Gespräche oder indem man sich schreibt.

Trotz der Wichtigkeit des verbalen Austausches über Sexfantasien, ist die Zurückhaltung groß. Gerade einmal 26 Prozent von den Teilnehmern der Secret.de-Umfrage besprechen mit dem Sexualpartner im Allgemeinen offen über die eigenen Wünsche fürs Liebesspiel. Selbst in einer festen Beziehung trauen sich das lediglich 39 Prozent. Vor allem Männer schweigen bei diesem pikanten Thema lieber. Von den Frauen sind es zumindest 47 Prozent, die ihre erotischen Fantasien ihrem Beziehungspartner mitteilen.

Mit 13 Prozent sind die Männer demgegenüber eher dazu bereit, mit einem unverbindlichen Sexualpartner derartige schlüpfrige Gespräche zu führen. Der weibliche Anteil liegt hier nur bei 4 Prozent. Dafür unterhalten sich mehr Frauen mit guten Freunden über sexuelle Fantasien (Frauen: 26 Prozent, Männer: 14 Prozent) , wohingegen es Männer bevorzugen, sich darüber anonym auf Online-Portalen auszutauschen (Männer: 10 Prozent, Frauen: 3 Prozent).

Auffällig: Den weiblichen Umfrageteilnehmern ist es für offene Gespräche über Sexfantasien mehrheitlich wichtig, dass ein starkes Vertrauensverhältnis zwischen ihnen und ihrem Gesprächspartner besteht. Anders die männlichen Umfrageteilnehmer, die sich ganz im Gegenteil eher intim austauschen, wenn sie ihren Gesprächspartner nicht so gut kennen.

Zwar überwiegt bei einem Großteil der Männer und Frauen die Scham, weshalb nicht über erotische Fantasien gesprochen wird. Allerdings wünschen sich einige, dass sich daran etwas ändert. Von den männlichen Befragten gestehen 10 Prozent und von den weiblichen Befragten 6 Prozent, dass sie ihre sexuellen Wünsche gerne mit ihrer Partnerin oder ihrem Partner teilen würden. Zudem sagt jeder Fünfte, dass er oder sie mit zunehmender Erfahrung offener geworden ist und die Hemmschwelle, erotische Wünsche zu äußern, im Laufe der Zeit gesunken ist.

Sexexpertin: Vielen gelingt es nicht, authentisch zu sein

Laut Andrea Bräu sei die mangelnde Kommunikationsbereitschaft das größte Problem im Sexualleben von Paaren – sogar noch größer als unerfüllte Sexfantasien. „Man kann durchaus Fantasien haben, die man aber nicht unbedingt umsetzen will. Allein sich darüber auszutauschen, kann sehr anregend sein und bringt Schwung in eine Beziehung, egal ob es sich um eine feste Partnerschaft oder eine eher unverbindliche Liaison handelt“, so die Secret.de-Expertin. Sie ergänzt: „Dieses ‚Nicht-darüber-sprechen-können oder -wollen‘ ist häufig auch ein Grund, warum Menschen fremdgehen, weil sie die Auseinandersetzung mit dem anderen, aber letztlich auch sich selbst scheuen.“

Bräu betont, dass fehlende Authentizität eines der Hauptprobleme sei. Viele Menschen stehen nicht zu dem, was sie sind. Ihnen gelinge es nicht, ihr Denken, Handeln und fühlen in Einklang zu bringen und die eigenen sexuellen Bedürfnisse zu akzeptieren.

Was helfen könne, sei die Erstellung eines erotischen Tagebuchs, in dem man seine Wünsche und Fantasien festhält. Diese Übung könne langfristig dazu führen kann, dass man offener über intime Bedürfnisse sprechen kann, was sich dann positiv auf das eigene Sexleben auswirkt.

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