Studie: Wie zufrieden sind die Deutschen mit ihrem Sexualleben?

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Eine vom Casual-Dating-Portal Secret.de in Auftrag gegebene Studie hat die sexuelle Zufriedenheit deutscher Frauen und Männer untersucht. Das Ergebnis ist in weiten Teilen durchschnittlich. Sowohl qualitativ als auch quantitativ bewerten die Befragten ihr Sexualleben zwar nicht als schlecht, sehen aber noch Verbesserungspotential.

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Im Schnitt geben die Deutschen ihrem Sexualleben eine 2,9

Sex und nackte Tatsachen so weit das Auge reicht – ob im Fernsehen, Internet oder auf Werbeplakaten. Doch sind die Deutschen mit ihrem Sexualleben tatsächlich so zufrieden, wie man bei der übersexualisierten Gesellschaft schnell glauben könnte? Das Dating-Portal Secret.de hat das Marktforschungsinstitut Gfk damit beauftragt, 2.000 deutsche Frauen und Männer zwischen 18 und 74 Jahren zu befragen. Im Schulnotensystem sollten die Studienteilnehmer ihr Sexualleben nach Qualität („Ich habe schönen/guten Sex„) und Quantität (Häufigkeit) bewerten. Das Ergebnis ist überraschend.

Die sexuelle Zufriedenheit der Deutschen ist nicht so hoch, wie man vielleicht vermutet hätte. Im Schnitt wurde eine 2,9 vergeben. 38 Prozent der Befragten bewerten ihr Sexualleben mit 1 oder 2, 24 Prozent mit 3 oder 4 und lediglich 12 Prozent mit 5 oder 6.

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In Mecklenburg-Vorpommern ist man sexuell am zufriedensten

Interessant ist es, die Zufriedenheit beim Sex in den verschiedenen Bundesländern zu vergleichen. Ganz vorne in der Statistik liegt Mecklenburg-Vorpommern, dessen Einwohner ihrem Sexualleben im Schnitt eine 2,2 geben. Am sexuell unzufriedensten sind die Hamburger, Niedersachsen und Bremer mit einer Durchschnittsnote von 3,1.

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Und der Rest Deutschlands? Mit 2,9 liegen die in Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachen und Sachsen-Anhalt wohnenden Menschen genau im Schnitt für Gesamtdeutschland. Die Schleswig-Holsteiner und Brandenburger bewerten ihr Sexualleben durchschnittlich mit 2,8. Saarländer, Rheinland-Pfälzer, Bayern und Berliner sind mit der Qualität ihrer amourösen Aktivitäten sogar noch ein wenig zufriedener. Sie vergeben im Schnitt jeweils eine 2,7. Hinter Mecklenburg-Vorpommern auf Platz 2 der Zufriedenheitsskala liegt Thüringen mit der Durchschnittsnote 2,5.

Frauen und die Altersgruppe 30 bis 39 Jahre haben den besten Sex

Sind Frauen oder Männer mit ihrem Sexualleben zufriedener? Die Ergebnisse der Studie zeigen einen denkbar knappen Unterschied. Die weiblichen Befragten vergeben durchschnittlich die Note 2,7, die männlichen Befragten die Note 2,9. Schaut man sich die Bewertungen im Einzelnen an, fällt auf, dass mehr Männer als Frauen dem eigenen Sex eine 1 oder 2 geben (Männer: 38 Prozent, Frauen: 36 Prozent). Allerdings bewerten wiederum auch mehr männliche Studienteilnehmer ihr Sexualleben mit 5 oder 6 (Männer: 15 Prozent, Frauen: 10 Prozent). Die Frauen geben mit 3 oder 4 dafür häufiger als die Männer eine durchschnittliche Note.

Und in welchem Alter ist der Sex am besten? Auch danach wurde gefragt. Die höchste Durchschnittsnote ließ sich für die Altersgruppe von 30 bis 39 Jahre ermitteln. Offenbar macht der Sex im mittleren Alter am meisten Spaß. Rund die Hälfte der Befragten aus dieser Altersgruppe gibt sogar an, guten oder sehr guten Sex zu haben.

Zudem scheint Zufriedenheit beim Sex zumindest teilweise auch vom Haushaltsnetto-Einkommen abzuhängen. Von den befragten Frauen und Männern, die unter 1.000 Euro im Monat verdienen, sagen gerade einmal 26 Prozent, dass sie guten Sex haben. Deutlich zufriedener sind Menschen mit einem monatlichen Gehalt ab 2.500 Euro. Ganze 44 Prozent von ihnen empfinden das eigene Sexualleben als erfüllend.

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Deutsche wünschen sich mehr Sex

Was die Quantität des Sex angeht, könnte es für die Deutschen besser laufen. Viele würden sich gerne häufiger vergnügen. Im Schnitt ist bei dieser Frage eine 3,3 vergeben worden. 27 Prozent bewerten die Häufigkeit ihrer amourösen Aktivitäten mit 1 oder 2, 28 Prozent mit 3 oder 4 und 20 Prozent mit 5 oder 6.

Vergleicht man die Durchschnittsnote beider Geschlechter, zeigt sich das gleiche wie für die Qualität des Sexuallebens: Frauen sind zufriedener. Die weiblichen Studienteilnehemer vergeben für die Quantität ihres Sexuallebens durchschnittlich eine 3,0, die männlichen Studienteilnehmer nur eine 3,5.

Spitzenreiter bei den Bundesländern, was die Zufriedenheit mit der Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs angeht, ist Thüringen (Durchschnittsnote: 2,9), gefolgt von Sachsen-Anhalt (Durchschnittsnote: 3,0) und Bayern (Durchschnittsnote: 3,1). Die Schlusslichter sind Brandenburg (Durchschnittsnote: 3,7), Niedersachsen (Durchschnittsnote: 3,5) und Bremen (Durchschnittsnote: 3,5).

Das Ergebnis der Secret.de-Studie ist zwar nicht alarmierend, dennoch macht es deutlich, dass die sexuelle Zufriedenheit deutscher Frauen und Männer keineswegs so hoch ist, wie man oft denkt.

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