Studie: Deutsche stehen auf zärtlichen Sex

Kuschelsex

Hart oder zart – welche sexuelle Gangart bevorzugen die Deutschen? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine neue Studie von Secret.de. Es zeigt sich, dass Kuschelsex hoch im Kurs steht.

Vor allem Männern ist Zärtlichkeit beim Sex wichtig

Nach Filmen wie „Shades of Grey“ sollte man meinen, dass es in deutschen Schlafzimmern ordentlich zur Sache geht – ohne Hemmungen, wild und ungezügelt. Doch ist das wirklich so? Wie sieht der Sex hierzulande tatsächlich aus?

Das Datingportal Secret.de hat über das Marktforschungsinstitut GfK 1.000 deutsche Männer und Frauen im Alter von 18 bis 74 Jahren befragt. Das Ergebnis: 33 Prozent der Befragten gefällt zärtlicher Sex. Besonders bemerkenswert ist, dass das mit 37 Prozent vor allem für Männer gilt. Die Frauen liegen mit nur 30 Prozent deutlich dahinter.

Zum Vergleich: Härteren Sex mögen gerade einmal 11 Prozent der Männer, dafür aber immerhin 14 Prozent der Frauen (gesamt: 13 Prozent). SM (Männer: 6 Prozent, Frauen: 4 Prozent) und Fesselspielchen (Männer: 9 Prozent, Frauen: 7 Prozent), die gemeinhin zur wilderen sexuellen Gangart zählen, sind bei den Geschlechtern in etwa gleich beliebt.

Kuschelsex-Studie-Grafik

Schon das Vorspiel sollte sanft sein

Für die meisten Männer und Frauen wird aber nicht nur generell beim Sex Zärtlichkeit groß geschrieben, auch schon beim Vorspiel. Von den Studienteilnehmern wünschen sich das 40 Prozent. Mit 43 Prozent gegenüber 36 Prozent haben in dieser Statistik ebenfalls die Männer die Nase vorne.

Was weitere Praktiken, die sich unter dem Begriff „Kuschelsex“ zusammenfassen lassen, angeht, sind insbesondere Küssen mit 47 Prozent und Streicheln mit 51 Prozent sehr gefragt. Dazu bekennen sich 48 Prozent bzw. 56 Prozent der männlichen Studienteilnehmer. Bei den befragten Frauen sind es lediglich 46 Prozent bzw. 47 Prozent. Vor allem der Unterschied in der Wichtigkeit vom Streicheln ist mit 9 Prozentpunkten gewaltig.

Darüber hinaus gehen deutlich mehr Männer beim Sex verstärkt auf ihre Partnerin ein. Ganze 50 Prozent tun das, von den Frauen sind es nur 39 Prozent. Achtsamkeit für den Sexpartner genießt beim männlichen Geschlecht also höhere Prioritäten. Sie kommen dem Wunsch von 33 Prozent der Frauen nach, beim Sex wahrgenommen zu werden. Von den Männern wünschen sich gerade einmal 23 Prozent im Bett Aufmerksamkeit.

Dass das Thema Achtsamkeit beim Geschlechtsverkehr grundsätzlich immer wichtiger wird, weiß Secret.de-Expertin Andrea Bräu: „Diese Zahlen belegen einen Bewusstseinswandel. Nicht umsonst boomt das Thema Achtsamkeit. Die Menschen haben keine Lust mehr, immer zu performen, zu funktionieren und das gilt auch für den Sex. Denn mit einem erfüllenden, erotischen Erleben haben Turnübungen und Höchstleitung nichts zu tun.“

Rund ein Drittel hat gelegentlich einen Quickie

Trotz der Beliebtheit von Kuschelsex ist der Quickie noch nicht gänzlich aus der Mode gekommen. 31 Prozent der Befragten geben an, hin und wieder Lust auf eine schnelle Nummer zu haben. Mit 38 Prozent liegen auch hier die Männer deutlich vor den Frauen mit nur 25 Prozent.

Interessant: Das starke Geschlecht steht sowohl in der Statistik über zärtlichem Sex als auch in der über Quickies vorne. Männer scheinen also insgesamt sexuell um einiges aktiver zu sein als Frauen. Woran könnte das liegen? Unklar. Wichtig ist auf alle Fälle, dass sowohl Männer als auch Frauen herausfinden, was ihnen beim Sex gefällt und darüber mit dem Partner gesprochen wird. Andrea Bräu rät: „Nur, wenn wir unsere Wünsche kennen und diese auch mit unserer Partnerin oder unserem Partner teilen, können wir auch echte, erfüllende Nähe beim Sex erleben.“

Zärtlich oder hart – auch eine Altersfrage?

Ein Blick auf die Altersstrukturen verrät: In jungen Jahren geht es im Bett wilder zu als mit einer gewissen Reife. So betonnen von den 18- bis 29-jährigen lediglich 18 Prozent, dass ihnen zärtlicher Sex wichtig sei. Von den über 40-jährigen sind es schon 40 Prozent. Dementsprechend haben mit 26 Prozent deutlich mehr unter 30-jährige eine Vorliebe für die etwas härtere Spielart.

Quickies sind wiederum vor allem von 30 bis 40 sehr beliebt. Mutmaßlicher Grund: Der in dieser Lebensphase schwierige Spagat zwischen Karriere und Familie. Da bleibt kaum Zeit für romantische Stunden zu zweit. Laut Bräu sei deshalb insbesondere in dieser Altersgruppe Kommunikation wichtig. Man solle aus seiner Komfortzone heraustreten und Experimenten beim Sex nicht abgeneigt sein. Dann stehe einem erfüllten Liebesleben auch im reiferen Alter nichts mehr im Wege.

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