Pornosucht erkennen und bekämpfen

Pornosucht

Pornosucht ist in unserer Gesellschaft ein Tabuthema. Dabei schauen sich unzählige Männer zu viele Sexvideos an – vor allem über das Internet.

Der zwanghafte Konsum hat sowohl körperliche als auch psychische Auswirkungen. Insbesondere jüngere Männer sind von der Pornographie-Sucht und ihren Folgen betroffen.

Was ein „zu viel“ an Sexvideo-Konsum bedeutet und wie man herausfinden kann, ob man selbst pornosüchtig ist, zeigen wir in diesem Artikel. Außerdem stellen wir Tipps vor, um die Pornosucht zu bekämpfen.

Was ist eine Pornosucht?

Nie war es einfacher, an pornografisches Material zu gelangen, als heutzutage. In Zeiten von Sex-Tube-Seiten und Internetclips sind Sexfilme in unterschiedlichsten Genres jederzeit unkompliziert abrufbar.

Wenn sich jemand ab und zu mal einen Porno anschaut, ist dagegen erstmal nichts einzuwenden. Im Prinzip handelt es sich um ein Genussmittel, das ähnlich wie Alkohol oder Süßigkeiten durchaus in Maßen konsumiert werden darf.

Doch ab wann ist man dann pornosüchtig?

Problematisch wird es, wenn der Konsum zwanghaft wird und man sich mehrmals täglich Pornos reinzieht, ohne dass man dieses Verhalten kontrollieren kann. Das Schauen von Erotikvideos beansprucht dabei immer mehr zeitliche und finanzielle Ressourcen.

Die Sucht entwickelt sich meist unbemerkt über eine längere Zeit hinweg und wird vom Betroffenen oder dessen Umfeld oft erst im fortgeschrittenen Stadium bemerkt.

Meist werden solche Männer süchtig nach Sexvideos, die bereits mit Depressionen, mangelndem Selbstbewusstsein oder Angstzuständen zu kämpfen haben. Das Porno Schauen führt zur Ausschüttung von Dopamin, sodass das Gehirn Freude empfindet. Diese Ausschüttung wird ausgenutzt, um den psychischen Problemen zu entfliehen.

Insofern ist die Sucht nach Pornografie vergleichbar mit anderen Süchten, etwa denen nach Alkohol oder Drogen: Die Gedanken kreisen immer mehr um das Suchtmittel und irgendwann möchte man es nur des Konsums willen konsumieren. Mit einer erhöhten Libido oder sexuellem Genuss haben die Porno-Orgien nichts zu tun.

Nicht selten geht eine Pornografie-Sucht auch mit einer Sexsucht einher. Vielen reichen die Reize in den Videos irgendwann nicht mehr aus, sodass sie im echten Leben sexuelle Kontakte suchen. Das, was man in den Clips sieht, möchte man dann auch in der Realität ausleben. Damit einhergehend nimmt meist das Risikoverhalten zu, was sich beispielsweise in AO-Sex oder Besuchen auf dem Drogenstrich äußert.

Im Video: Pornosucht erklärt – ist unser Gehirn dafür bereit?

 

Vor allem Jugendliche sind süchtig nach Pornos

Eine Studie der Cambridge Universität über Pornofilm-Sucht ergab, dass besonders junge Studienteilnehmer anfällig für den übermäßigen Konsum von Erotikclips sind.

Bei ihnen wurde beim Pornoschauen eine hohe Aktivität im Belohnungszentrum des Gehirns festgestellt – Dopamin wurde hier bei Reizen durch Nacktvideos in erhöhtem Maße ausgeschüttet.

Im Vergleich zu älteren Probanden nahmen die Jüngeren eher einen belohnenden Effekt durch Erotikclips wahr. Gerade bei Teenagern ist das Gehirn noch im Wachstum und weist weniger gefestigte Strukturen wie bei älteren Menschen auf. Generell sind pubertierende Jugendliche und junge Erwachsene dadurch anfälliger für Süchte aller Art.

Auch der Psychotherapeut Dr. Kornelius Roth beschreibt die Klientel, die zu ihm zur Pornosucht-Therapie kommt, vorrangig als „Digital Natives“ im jungen Erwachsenenalter.

Er unterteilt sie in drei Gruppen: Die eine sind junge Männer, die viel vor dem Rechner sitzen und arbeitsbedingt unter Druck stehen. Die zweite sind solche, deren Beziehung aufgrund von hohem Pornokonsum in die Brüche ging. Die dritte Gruppe umfasst schüchterne Männer, die noch nie Sex mit einer Frau hatten und in pornografischem Material ihren Ersatz finden.

Dennoch sind es nicht nur junge Erwachsene, die von der Sucht betroffen sind. Laut Dr. Roth gibt es auch zahlreiche ältere Männer ab 50 Jahren, denen die Sexualität in ihrer Beziehung abhanden gekommen ist. Diesen Verlust versuchen sie durch die heißen Videos im Netz zu kompensieren.

Auswirkungen des übertriebenen Pornokonsums

Auf Teenager und junge Erwachsene hat das übermäßige Konsumieren von Sexfilmen die Folge, dass sie völlig falsche und unnatürliche Vorstellungen von Sexualität bekommen. Was in Pornos dargeboten wird, reicht nicht im Ansatz an das vielfältige sexuelle Potential echter Begegnungen. Entsprechend werden diese jungen Männer durch die Clips „falsch“ sozialisiert und können deshalb beim späteren Kontakt mit echten Frauen Probleme haben.

Allerdings ist fraglich, ob es überhaupt zu einem solchen Kontakt mit echten Frauen kommt. Die Sexvideo-Sucht kann nämlich dazu führen, dass sich die Betroffenen immer mehr zurückziehen. Die Unfähigkeit, sozial zu interagieren, ist eine typische Folge der Porno-Abhängigkeit.

Pornosüchtiger Mann

Der Konsum von erotischen Clips führt zu strukturellen Veränderungen im Gehirn – Wissenschaftler sprechen von Neuroplastizität. Bei Pornosüchtigen bedeutet diese Anpassung des Hirns auf die äußeren Umstände, dass andere Aspekte im Leben ihren Reiz verlieren. Das Hauptinteresse eines Süchtigen besteht nur noch darin, das nächste geile Video zu konsumieren.

Weitere häufige Auswirkungen dieser Wesensveränderung sind Ausprägungen von Psychosen und die Bildung illegaler Fetische. Die Sexualtherapeutin Dr. med. Heike Melzer beobachtet zudem eine starke Ausbreitung von erektiler Dysfunktion, partnerbezogener Unlust und Orgasmus-Störungen unter jungen Erwachsenen als Folgen von frühzeitigem, übermäßigen Pornokonsum.

Die häufigsten Pornosucht-Symptome

„Bin ich pornosüchtig?“ – wer sich diesbezüglich unsicher ist, sollte überprüfen, ob er unter einem oder mehreren der folgenden Symptome leidet. Diese sind typische Indizien für eine Sucht nach Erotikclips.

Isolationsgefühl: Man fühlt sich bspw. von Familie und Freunden isoliert und abgekoppelt. Häufig schwingen dabei Depressionen mit. Auch von der Partnerin entfernt man sich zunehmend emotional und körperlich.

Romantik-Unfähigkeit: Es wird zur riesigen Herausforderung, eine romantische Beziehung zu entwickeln oder aufrecht zu erhalten. Gefühle von Intimität und Geborgenheit können weder empfangen noch vermittelt werden.

Übertriebener Pornokonsum: Wer den Großteil seiner Freizeit mit Pornos Schauen verbringt, hat eindeutig ein Suchtproblem. Darunter leiden die Beziehungen zu Freunden und Familie, aber auch die Arbeit oder das Studium werden vernachlässigt.

Sexuelle Probleme: Wie oben bereits angedeutet können Impotenz, verspätete Ejakulationen und die Unfähigkeit, Orgasmen zu erleben, die Folgen von übermäßigem Konsum an Sexvideos sein.

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Geringere Arbeitsleistung: Die viele Zeit, die man ins Porno Gucken investiert, fehlt, um auf der Arbeit oder in der Schule voranzukommen. Schlechtere Leistungen oder Noten können die Folge sein. Manche schauen sogar in ihrem Arbeits- bzw. Lernumfeld heimlich pornografisches Material – wenn sie erwischt werden, kann dies ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen.

Weitere Süchte: Wer süchtig nach Erotikfilmen ist, ist in der Regel auch anfälliger für eine weitere Sucht. Alkohol, Drogen usw. sind gefährliche Mittel, mit denen man ähnlich wie bei der Dopamin-Ausschüttung durch Pornos dem Alltag entfliehen kann.

Pornosucht-Test

Ob man süchtig nach Sexvideos ist, lässt sich auch mit speziellen Tests im Internet herausfinden. Dabei beantwortet man Fragen, die suchtspezifische Tendenzen aufdecken sollen.

So kann man zum Beispiel beim Online Sexual Addiction Quastionnaire von Escape.jetzt 24 Fragen zur Sucht nach Internetpornos beantworten. Bei Express.de gibt es einen Schnelltest, der von Forschern der Eötvös-Loránd-Universität in Ungarn entwickelt wurde, um Pornosucht-gefährdete Personen zu identifizieren.

Escape Pornosucht Test

Natürlich liefert das Online-Testergebnis keine garantierte Antwort, ob man süchtig nach Pornographie ist. Der Fragebogen hilft aber bei der Selbsteinschätzung und soll problematische Verhaltensweisen aufzeigen. Deutet das Ergebnis auf viele Probleme hin, sollte man unbedingt mit einem Therapeuten darüber sprechen.

Die Phasen der Genesung

Viele Männer, die durch die Online-Tests oder ein Gespräch mit einem Facharzt feststellen, dass sie süchtig nach Pornos sind, möchten von ihrer Sucht schnellstmöglich loskommen. Ist dieser Entschluss gefasst, steht ein Genesungsprozess bevor, der sich in drei Phasen unterteilen lässt.

Phase 1: Der Kampf gegen die Pornosucht beginnt

Pornos waren für Betroffene lange Zeit das Mittel Nummer 1, um Probleme zu bewältigen und unangenehmen Situationen in der Realität zu entfliehen. Der Sexvideo-Entzug ist auch eine anstrengende und herausfordernde Situation. Entsprechend wird der Körper nach wenigen Tagen Porno-Entzug ebendiese verlangen, da er es gewohnt ist, schwere Umstände mit solchen Videos zu bewältigen oder auszublenden.

Die erste Phase ist dahingehend hart, dass sie quasi mit einem kompletten Bruch des Gewohnten beginnt. Um sie einfacher zu meistern, kann man beispielsweise Folgendes tun:

  • Filter für Pornoseiten bei allen internetfähigen Geräten einstellen
  • Eine Tagesplanung mit viel Ablenkung in Form von Arbeit organisieren, damit keine langen „Pausen“ entstehen, in denen man auf dumme (Rückfälligkeits-)Gedanken kommt
  • Eine Checkliste mit Zwischenzielen erstellen, mit der man sich immer wieder verinnerlichen kann, worauf man schlussendlich hinarbeitet

Phase 2: Suchtauslöser identifizieren und meiden

Die zweite Phase des Pornoentzugs bedeutet in erster Linie Selbstanalyse. Insbesondere gilt es herauszufinden, welche Situationen und Dinge einen dazu bringen, in alte Gewohnheiten abzurutschen und wieder Sexvideos zu schauen: Welche Reize im Alltag verleiten zum Pornokonsum – etwa das Durchblättern eines Unterwäsche-Katalogs oder das Anschauen einer Serie mit einer bestimmten, attraktiven Schauspielerin?

Süchtig nach Pornos

Sobald die Auslöser identifiziert sind, kann dem Zwangsverhalten aktiv entgegengewirkt werden. Es geht dann vor allem darum, die Auslöser zu meiden.

Ist es beispielsweise der Unterwäsche-Katalog, so sollte dieser eine Zeit lang nicht mehr angeschaut werden. Das Gehirn, das seither eine Dopamin-Ausschüttung gewohnt war, wenn man sich die Unterwäsche-Models angesehen und anschließend mit Pornos selbstbefriedigt hat, wird langsam entwöhnt.

Natürlich wird man nicht sein Leben lang Unterwäsche-Kataloge meiden können. Doch wenn man nach einer gewissen Zeit der Entwöhnungsphase seine Selbstkontrolle zurückgewinnt und wieder einen solchen Katalog durchblättert, fällt es leichter, daraufhin nicht zu Sexvideos und Nacktbildern zu greifen. Der Auslöser von einst wird dann quasi durchschaut und seinem Sucht-Effekt entgegengewirkt.

Phase 3: Dranbleiben und weiter machen

Wenn man seine ehemaligen Suchtauslöser im Griff hat und schon längere Zeit ohne Pornos auskommt, ist das ein riesen Erfolg. Nun heißt es, am Ball zu bleiben. Denn es fällt zwar leichter, das Verlangen nach Sexclips zu kontrollieren, allerdings kann immer wieder die Versuchung aufkommen.

So kann es sein, dass man von früheren Depressionen wieder eingeholt wird, was dazu drängen könnte, wieder Pornos zu schauen. Oder man möchte eine Ausnahme machen, um sich selbst für die längere Abstinenz zu belohnen.

Bei solchen Versuchungen muss man stark bleiben und weiter konsequent auf Pornos verzichten. Vielen gelingt dies durch Ablenkung, beispielsweise ein Fitnessstudio-Besuch, mit Freunden treffen o. ä.

Tipps, um die Pornosucht loszuwerden

Die folgenden Ratschläge fungieren als sofortige Hilfe bei Pornosucht. Wenn man sie konsequent und dauerhaft anwendet, kann man die drei Genesungsphasen einfacher durchstehen und sein Porno-Problem selbst lösen.

Porno-Rituale ersetzen

Man stellt sich zunächst die Frage, wann bzw. zu welchen Gelegenheiten man am häufigsten Pornos schaut. Beispiel: Wenn man ins Bett geht, nimmt man immer das Smartphone mit und schaut sich vorm Schlafen gehen noch einen Sexclip an. Ist dieses Ritual identifiziert, gilt es, eben dieses zu ersetzen. In diesem Beispiel könnte man statt des Smartphones ein Buch mit ins Bett nehmen und Lesen statt Pornos schauen.

Pornos schauen und masturbieren

Webseitenblocker nutzen

Sämtliche Webseiten, über die man seither Pornos konsumiert hat, sollten mit einem Webfilter blockiert werden. Diese Maßnahme wirkt präventiv: Sollte man doch mal eine Phase haben, in der man rückfällig wird, erinnert der Filter an gesetzte Ziele. Auch Seiten mit Schlüsselreizen, die zwar keine Erotikclips anbieten, jedoch zu deren Konsum verleiten, sollten blockiert werden.

Austausch in Foren mit anderen Betroffenen

Über das Internet können sich Pornosüchtige anonym austauschen. In einem Pornosucht-Forum hat man die Möglichkeit, Fragen zu stellen, und kann sich von den Maßnahmen der anderen motivieren und inspirieren lassen. Oft hilft es auch schon, zu sehen, dass auch andere Personen mit dem Problem zu kämpfen haben.

Emotionales Glück in den Fokus stellen

Es ist gut, sich auf das emotionale Glück zu fokussieren, das man durch eine Suchtbehandlung erreichen kann. Wer den Pornos abschwört, der kann seine Beziehung retten, wieder mehr Leistung im Beruf erbringen etc. Ähnlich wie ein Raucher, der wieder zu mehr Leistung im Sport fähig ist und gesundheitliche Verbesserungen merkt, wenn er nicht mehr zu Zigaretten greift.

Pornostars vergessen

Wer Lieblings-Pornostars hat, sollte diese schleunigst vergessen. Wer sich emotional auf eine Pornodarstellerin einlässt, vergöttert sie mit der Zeit. Das kann zur Folge haben, dass man sich körperlich und geistig nicht mehr auf Frauen im echten Leben einlassen kann. Diese werden nämlich niemals die hohen Erwartungshaltungen, die durch den Pornostar geformt werden, erfüllen können.

Vorausblickend agieren

Viele Männer fühlen sich nach dem Wichsen auf Pornos müde, leer oder alleine. Wenn man sich diesen Zustand bereits vor Augen hält, bevor man sich ein Sexvideo anschaut, vergeht einem ziemlich schnell die Lust aufs Gucken und Masturbieren.

Alltag ausfüllen

Wer seinen Alltag mit anderen Beschäftigungen ausfüllt, hat keine Zeit mehr für Pornos. Egal ob Sport, Freunde treffen oder Sprachkurs an der Volkshochschule starten: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um sich abzulenken und im Alltag keinen Platz mehr für den ständigen Konsum von Erotikclips zu schaffen.

Meditieren

Mit Meditation kann man seine Achtsamkeit trainieren und lernt dadurch, seine Sexualtriebe zu kontrollieren. So kann man sich besser zurückhalten, wenn man auf einen Pornosucht-Auslöser stößt.

Porno-Entzugsprozess kontrollieren

Das Loskommen von Sexvideos ist ein langandauernder Prozess. Besonders zu Beginn der Genesung empfiehlt es sich, über den Entzug Buch zu führen. In einem Kalender kann man die Tage markieren, an denen man keine Pornos geschaut hat. Dabei dürfen ruhig immer mal wieder „Cheat-Days“ eingebaut werden, an denen man Masturbieren darf. Komplette Selbstbefriedigungs-Abstinenz (siehe unseren Bericht über NoFap) wäre schließlich unrealistisch und auch nicht unbedingt wünschenswert.

Pornosucht durch Therapie behandeln

Wer mit den genannten Tipps nicht gut zurechtkommt, kann sich auch professionelle Hilfe suchen. Bei einer Therapie lernt man, zu einer achtsamen und wertschätzenden Form der Sexualität zurückzukehren.

Zahlreiche Aspekte der aufgezählten Tipps wie der Einsatz von Filterprogrammen, das Ersetzen von Porno-Ritualen oder der Ausbau von Hobbies können von einem Verhaltenstherapeuten professionell begleitet werden. Zudem analysiert er die Gefühle und das Verhalten des Betroffenen und unterstützt dabei, die Suchtauslöser zu identifizieren und zu bekämpfen.

Bei vielen Pornosüchtigen zeigen außerdem Selbsthilfegruppen große Erfolge. Dabei erhält man mentale Stärkung durch andere Gruppenmitglieder, die an derselben Sucht leiden.

Hat die Sexvideo-Sucht bereits Schäden in der Beziehung angerichtet, kann es sinnvoll sein, parallel zur Suchttherapie eine Paartherapie zu machen.

Wie jede Sucht ist auch die Sucht nach pornografischem Material eine chronische Erkrankung. Ist sie vor der Therapie bereits im fortgeschrittenen Stadium, kann es sein, dass sie ein Leben lang bestehen bleibt. Betroffene müssen dann ihr Leben lang kämpfen, nicht rückfällig zu werden.

Was tun bei einem Rückfall?

Ein Rückfall ist, wenn man in die alten Verhaltensmuster zurückfällt, die man mit der Therapie eigentlich abzulegen versucht.

Mann bei der Online-Sexsuche auf Sexportalen

Wer im Rahmen seines Genesungsprozesses mal einen Porno anschaut, ist noch nicht automatisch rückfällig. Es kann sich um einen einmaligen Ausrutscher handeln. Fängt man jedoch damit an, wieder regelmäßig und häufig Sexvideos zu konsumieren, spricht man von einem Rückfall in die früheren Verhaltensmuster.

Rückfälle gehören zum Erkrankungsbild „Sucht“ dazu. Tritt ein Rückfall ein, sollte man diesen positiv als Lernfeld begreifen. Es geht darum, seinen Auslöser zu identifizieren, ihn abzuschütteln und den Genesungsprozess wieder konzentriert weiterzuführen.

Fazit: Eine heilbare Sucht, die lebenslange Narben hinterlässt

Von der Pornosucht kann man durch die konsequente Anwendung verschiedener Tipps selbst loskommen. Ist ihr Stadium bereits fortgeschrittener, empfiehlt sich das Aufsuchen eines Therapeuten oder einer Selbsthilfegruppe.

In jedem Fall hinterlässt die Sucht gewisse Narben, denn ihren Auslöser begegnet man meist weiterhin und muss sich so immer wieder gegen sie zur Wehr setzen. Der Genesungsprozess hält damit häufig ein Leben lang an und ist ein Kampf gegen Rückfälle.

Was Mut macht: Laut Dr. Roth schaffen zwei Drittel aller Pornografie-Süchtigen große Fortschritte bei ihrer Suchtbewältigung.

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