Sex unter Freunden: So gelingt die Freundschaft Plus

Freundschaft Plus beginnen

Bei einer Freundschaft Plus handelt es sich um Sex ohne Gefühle zwischen guten Freunden. Sie ist auch bekannt als „Friends with benefits“ (dt. Freunde mit gewissen Vorzügen) und „F+“.

Dabei werden die Vorzüge einer Zweierbeziehung mit der einer erotischen Affäre vereint. Romantik und Liebesgefühle werden jedoch bewusst ausgeschlossen.

In diesem Beitrag widmen wir uns den Vor- und Nachteilen dieser Beziehungsform. Außerdem stellen wir bewährte Freundschaft Plus Regeln vor, mit deren Hilfe sie längerfristig gelingen kann.

Was ist eine Freundschaft Plus?

"Freundschaft Plus" FilmplakatDer Begriff Freundschaft Plus hat sich spätestens seit der gleichnamigen Kinokomödie aus dem Jahr 2011 mit Natalie Portman und Ashton Kutcher in den Hauptrollen auch hierzulande stark verbreitet. Die Stars spielen darin zwei Freunde, die versuchen, miteinander Sex zu haben ohne dabei Gefühle füreinander zu entwickeln.

Laut dem Soziologen Janosch Schobin von der Uni Kassel tauchte die Bezeichnung erstmals in den 1980er Jahren in der Schwulenszene auf.

Die Freundschaft mit gewissen Vorzügen ist neben One Night Stands und Affären ein weiteres Beziehungsmodell abseits von traditionellen romantischen Partnerschaften.

Sie beschreibt eine gute platonische Freundschaft mit einem Extra – nämlich Sex. Die Sexualität kann aufgrund des Freundschaftsverhältnisses auf einer Ebene gegenseitigen Vertrauens ausgelebt werden. Gleichzeitig handelt es sich dabei um Sex ohne Liebe, denn die Beziehung zwischen den Partnern bleibt rein freundschaftlich.

Damit fallen die lästigen Begleiterscheinungen und Verpflichtungen einer romantischen Zweierbeziehung weg. Andererseits wird der Sex mit einer Person genossen, die auf platonische Weise ein wichtiger Bestandteil des eigenen Lebens ist – im Unterschied zu unbekannten Kontakten für One Night Stands.

Sex und Freundschaft kombinieren: Die Vorteile

Eine Freundschaft mit Vorzügen dreht sich wie der Name bereits andeutet um verschiedene Vorteile. Diese werden zum einen aus der Freundschaft zwischen zwei Personen selbst gezogen: Man kennt sich, man harmoniert miteinander. Anders als bei wechselnden Kontakten für kurze Affären, muss man sich hier nicht jedes Mal auf eine neue, eigentlich fremde Person einlassen.

Freunde sind außerdem auch füreinander da, wenn es dem anderen einmal nicht so gut geht. Bei One Night Stands trifft man sich in der Regel nur, wenn beide positiv gestimmt sind. Die Freundschaft Plus Beziehungen sind damit weniger oberflächlich – der Sexpartner ist zugleich eine Art Seelenverwandter.

Sex unter Freunden

Trotzdem behalten beide ihren unabhängigen Lebensstil – denn im Gegensatz zu romantischen Pärchen rücken sich Freunde nicht permanent auf die Pelle. Sie müssen sich auch nicht voreinander rechtfertigen oder ihre Pläne ständig aufeinander abstimmen.

Ein weiterer Punkt ist, dass der Sex ohne romantische Beziehung nicht zu Pärchen-Routine oder Pflichtprogramm verkommt. Vielmehr entsteht er aus Spontanität und Genussempfinden heraus und ergänzt in passenden Momenten das Freundschaftsverhältnis. Insgesamt ist die F+ und deren Entwicklung wenig kalkulierbar, was das Ganze zusätzlich aufregend gestaltet.

Die Probleme einer Freundschaft Plus

Liest man die obige Freundschaft-Plus-Definition, kann man zu dem Schluss kommen, dass es sich dabei um eine unkomplizierte Bindungsform ohne große Verpflichtungen und Regeln handelt.

Diplom-Psychologin und Sexualtherapeutin Nele Sehrt beobachtet bei dem Thema „Freundschaft und Sex“ jedoch einige Schwierigkeiten. Laut ihr ist die bedeutende Frage in einer solchen Beziehung, wo genau die Grenzen liegen. Darf man beispielsweise weiterhin mit anderen Personen Sex haben? Soll der Geschlechtsverkehr mit oder ohne Gummi ablaufen?

Jeder Mensch definiert diese Grenzen für sich anders. Wenn sich die Freunde mit Vorzügen hier nicht einig sind, kann es schnell zu Eifersucht, Gefühlsverletzungen und anderen negativen Reaktionen kommen, die in dieser Beziehungsform eigentlich bewusst vermieden werden sollten.

Freunde mit gewissen VorzügenIn einer erotischen Freundschaft müssen beide Partner bei ihren Handlungen und Worten besonders achtsam sein. Wer zum Beispiel ein Treffen absagt, weil er keine Zeit hat, könnte seinen Partner laut Sehrt damit schon kränken: „Auf welcher Ebene kommuniziert der Andere jetzt mit mir? War das jetzt auf die freundschaftliche oder auf die sexuelle bezogen? Das zu differenzieren erfordert ein hohes Maß an Selbstreflektion und Kommunikationsfähigkeit.“

Die Gefahr, dass man im Verlauf der Beziehung für den anderen Gefühle entwickelt, ist zudem stets gegeben. Schnell kann aus Freundschaft Plus für einen von beiden Liebe werden – wenn der andere jedoch diese Gefühle nicht teilt, wird es kompliziert. Dann ist nicht nur die sexuelle Beziehung, sondern auch die bereits im Vorhinein bestehende, oft langjährig aufgebaute Freundschaft gefährdet.

Regeln für die Freundschaft Plus

Damit die Kombination Freundschaft plus Sex längerfristig funktioniert, sollten einige wichtige Regeln und Tipps befolgt werden. Mit den folgenden Dos und Don’ts fassen wir etablierte Friends with Benefits Regeln zusammen, mit denen das Verhältnis unkompliziert gestaltet und das Risiko von Enttäuschungen minimiert werden kann.

Freundschaft-Plus-Regeln

  1. Wenn es völlig unerwartet zum ersten Mal zum Freundschaft Plus Sex kommt, ist eine anschließende Aussprache notwendig. Wie soll es nun weitergehen? Wichtig ist dabei, von Anfang an ehrlich zu sein und sich offen über die Gefühle füreinander auszutauschen.
  2. Wird die Idee zur Erweiterung der Freundschaft um Benefits ausgesprochen, reagiert der andere darauf womöglich mit der Frage „Bin ich dir für eine ernsthafte Beziehung etwa nicht gut genug?“. Dem sollte man entgegenhalten, dass man sich die Freundschaft-Plus-Beziehung nicht mit einer X-beliebigen Person vorstellen kann, sondern nur mit ihr. Es geht darum, das besondere und wertgeschätzte Verhältnis zueinander hervorzuheben.
  3. Möglichst zu Beginn der Plus-Beziehung  sollte genau geklärt werden, ob man sich auch noch mit anderen Personen für Dates oder erotische Abenteuer verabreden darf. So umgeht man präventiv das Eintreten von Eifersuchtsdramen und Rechtfertigungsszenarien.
  4. Ist die erweiterte Freundschaft noch ganz frisch, sollte man erst mal niemandem davon erzählen. Noch ist zu ungewiss, wohin sich das Ganze entwickelt. Hält sie länger, kann man natürlich anderen vertrauten Personen davon erzählen. Es gilt jedoch, den Kreis der Eingeweihten klein zu halten. Es handelt sich auch heutzutage noch um eine besondere Beziehungsform, auf die einige mit dummen Sprüche und Lästereien reagieren.
  5. Meist bestand schon vor dem Verhältnis mit Extras eine gewöhnliche Freundschaft, in deren Rahmen man sich mit gemeinsamen Freunden getroffen hat. Mit der alten Clique sollte man sich unbedingt weiter in der Freizeit verabreden. Sonst wirkt die „Friends with Benefits“-Beziehung so, als sei sie für exklusive Aktivitäten zu Zweit reserviert. Das wiederum erinnert stark an eine feste Liebesbeziehung.
  6. Grundsätzlich sollte in getrennten Betten geschlafen werden. Wenn nicht, droht das Ganze auch hier in einer romantische Beziehung zu münden. Es besteht die Gefahr, sich zu sehr an den anderen zu gewöhnen. Das Affäre-Feeling sollte stets vorhanden sein, um die Beziehung ungezwungen und spannend zu halten.
  7. Beim Sex in der Freundschaft dürfen gegenseitige Komplimente fallen. Typische Liebeskomplimente und Turteleien sind dagegen Tabu: keine Kosenamen vergeben und keine zweideutigen, wenn auch nur spaßig gemeinten Aussagen a la „Wir passen so toll zueinander, lass uns heiraten und Kinder kriegen“ äußern.
  8. Kuscheln nach dem Geschlechtsverkehr, Händchen halten in der Öffentlichkeit oder Rumknutschen ohne dass es zum Sex kommt – so funktioniert Freundschaft Plus nicht. Man sollte strengstens darauf achten, typische Elemente einer romantischen Paarbeziehung nicht zu kopieren.
  9. Auch die Verabredung zu klassischen Dates ist ein No-Go, da diese romantische Gefühle wecken könnten. Nur wenn es bereits in der vorangegangenen Freundschaft ein Ritual gab, beispielsweise gemeinsam kochen, kann dies beibehalten werden. Es muss dann aber weiterhin freundschaftlich ablaufen und darf niemals in Routine ausarten.
  10. Die Kommunikationsweise sollte nach dem Übergang einer Freundschaft zu einem Plus-Verhältnis angepasst werden. Während man sich als normale Freunde womöglich über seine jeweiligen Bettgeschichten ausgetauscht hat, muss man sich damit nun zurückhalten. Es besteht die Gefahr, dass der andere diese Stories falsch einordnet, sich verletzt fühlt oder doch eifersüchtig wird.
  11. Apropos Eifersüchtig. Es sollte klar sein, dass Eifersuchtsszenen unter Freundschaft Plus Kontakten nichts zu suchen haben. Dem anderen hinterher spionieren, ihn zu Rechtfertigungen drängen oder mit Vorwürfen konfrontieren widerstrebt dem Freiheits- und Genussgefühl, das eine Benefits-Beziehung auszeichnet.
  12. Aber bei aller Freiheit, die man sich gegenseitig lassen sollte: Wer Sex mit einer guten Freundin hat bzw. mit seinem Kumpel schläft, der sollte diese/n nicht wie eine bloße Affäre behandeln. Es gilt darauf zu achten, die bisherige Freundschaft beizubehalten. Man sollte nicht unnötige Kälte oder Distanz in das Verhältnis bringen, nur um sich beim gemeinsamen Sex ja nicht ineinander zu verlieben.

Wie kann man eine Freundschaft Plus am besten anfangen?

Einer F+ geht im Normalfall eine langanhaltende, gute Freundschaft voraus.

Der Übergang von einer normalen Freundschaft zu einer Plus-Beziehung erfolgt dann meist spontan und unerwartet: Betrunkenheit oder emotional schwierige Zeiten können Auslöser sein, dass zwei befreundete Menschen sich unkontrollierten Gefühlsausbrüchen hingeben und zusammen im Bett landen.

friends with benefits

Danach ist es wichtig, die Bedeutung dieser Nacht zu bewerten. War es ein einmaliger Ausrutscher? Wenn nicht, war es womöglich ein Ausdruck von bereits seit längerem unterdrückten Gefühlen?

Sollten beide feststellen, dass sie ineinander verliebt sind, ist die Sache klar und einer romantischen Beziehung steht nichts im Weg.

Empfindet nur einer von beiden Liebesgefühle, sollte man auf keinen Fall eine Freundschaft Plus anfangen. Auch nicht in der Hoffnung, dass sich dadurch der andere ebenfalls verliebt. Zu hoch ist das Risiko, dass am Ende einer dabei sein Vergnügen hat, während der andere leidet.

Wenn beide zu dem Schluss kommen, dass der Sex toll war und fortgesetzt werden sollte, Romantik und Verpflichtungen jedoch unerwünscht sind, kann das Experiment mit der Freundschaft beginnen.

Wenn kein wie oben beschriebener spontaner Moment eintritt, der zu Sex führt, kann eine Freundschaft Plus auch gezielt gesucht und herbeigeführt werden.

Online Kontakte für eine Freundschaft Plus finden

Kontakte für F+ finden

Entweder man hat bereits einen guten Freund im Blick und verlässt im Verhältnis zu ihm step by step die reine Freundschaftszone durch Flirten und Interessenbekundungen. Oder man sucht sich Personen, die zugleich als Freunde und Sexkontakte in Frage kommen.

Solche Kontakte für F+ finden sich am einfachsten über Sexbörsen im Internet.

Insbesondere auf Casual Dating Portalen (siehe unsere Liste) und Affären-Seiten (siehe unsere Liste) tummeln sich viele Mitglieder, die an dem Konzept „Erotik ohne Verpflichtungen“ interessiert sind. Dort kann meist problemlos eine Freundschaft Plus finden. Wenn der Sex mit diesen Personen harmonisch abläuft, kann sich dabei zusätzlich eine Freundschaft entwickeln.

Natürlich kann man auch umgekehrt vorgehen und via Chat und ersten Date-Verabredungen langsam eine freundschaftliche Beziehung aufbauen, aus der später mehr wird.

Wann man eine Freundschaft Plus beenden sollte

Es kann verschiedene Gründe geben, die „Friends with Benefits“-Beziehung beenden zu wollen.

So kann es passieren, dass sich einer von beiden doch in den anderen verliebt, während dieser jedoch keine derartigen Gefühle entwickelt. Durch die Trennung kann dann die platonische Freundschaft in Mitleidenschaft gezogen. Nach etwas Distanz und zeitlichem Abstand ist es aber durchaus möglich, dass man auf dieser Ebene wieder zueinander findet.

Freundschaft Plus beenden

Es kann auch sein, dass einer von beiden eine feste Beziehung mit jemand anderem eingeht. Dann steht das Freundschaft-Plus-Verhältnis natürlich im Weg und muss beendet werden.

Auch möglich ist, dass man den anderen mit der Zeit nicht mehr sexuell attraktiv findet oder sich doch eine gewisse Routine und damit Langeweile beim Sex einschleicht. Dann kann man einfach zur alten, platonischen Freundschafts-Beziehung zurückkehren.

Aus welchem Grund auch immer sich ein Ende der Plus-Beziehung anbahnt: Man sollte nicht versuchen, sie aus Schuldgefühlen, falschen Hoffnungen oder ähnlichen Gefühlswirren künstlich aufrechtzuerhalten.

Sonst verliert man über kurz oder lang nicht nur einen Freund im Bett, sondern auch im Leben. Die ursprüngliche Freundschaft kann nämlich meist gerettet werden, wenn man sich über das Wegfallen der Benefits offen und ehrlich austauscht.

Wie realistisch ist es, eine Freundschaft Plus zu finden?

Bei einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov gaben 60 % der Befragten an, dass bei einer Freundschaft zwischen Männern und Frauen einer von beiden an mehr als nur Freundschaft interessiert sei.

Folgt man dieser Ansicht, gäbe es zahlreiche Chancen, dass sich aus gewöhnlichen Freundschaften auch Benefits-Beziehungen entwickeln.

Einer von fünf Teilnehmern gab zudem an, dass eine reine Freundschaft zwischen Mann und Frau überhaupt nicht möglich sei. Glaubt man dieser Auffassung, müssten platonische Freundschaften immer mit Sex oder festen Partnerschaften einhergehen oder zumindest darauf hinauslaufen.

Die Umfrage macht all jenen Mut, die sich von guten Freundschaften „mehr“ erhoffen.

Sex mit guter FreundinDoch das Modell der Freundschaft-Plus-Beziehung hat auch Kritiker, die es für unrealistisch halten. Ein Hauptpunkt dabei ist, dass sich über die für eine solche Beziehung erforderliche Kommunikationsfähigkeit und Selbstreflektion nur wenige Menschen bewusst seien – geschweige denn darüber verfügen würden. Somit sei das Verhältnis über kurz oder lang bei den meisten zum Scheitern verurteilt.

Und tatsächlich darf die Langfristigkeit von F+ Beziehungen bezweifelt werden. Der Sexualwissenschaftler Dr. Justin Lehmiller beschreibt, dass Männer und Frauen das unverbindliche Benefits-Verhältnis unterschiedlich auffassen. Während Männer dazu neigen, alles so zu belassen, wie es sich eingependelt hat, wünschen sich viele Frauen im Laufe der Zeit eine Veränderung der Beziehung.

Zwar ist unklar, ob die Veränderung auf eine platonische Freundschaft, einen kompletten Kontaktabbruch oder eine feste Beziehung hinausläuft. Der Wunsch nach einem Schritt weg vom Plus-Verhältnis entwickle sich jedoch bei den meisten Frauen.

Wer Freundschaft-Plus-Erfahrungen sammeln möchte, sollte sich in jedem Fall darüber bewusst sein, dass er damit die bereits bestehende, platonische Freundschaft aufs Spiel setzt. Gelingt das Benefits-Verhältnis jedoch, hat man einen Jackpot geknackt: Diese Beziehungsform vereint das Beste aus einer romantischen Paarbeziehung und einer heißen Affäre.

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