Wegen Corona: Verband richtet Nothilfe Fonds für Sexarbeiter ein

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Viele Sexarbeiter sind durch die Corona-Krise in eine finanzielle Notlage geraten – und haben keinen Anspruch auf staatliche Soforthilfe. Ein neu eingerichteter Nothilfe Fonds soll Betroffene nun existenziell absichern.

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BesD richtet Nothilfe Fonds für Sexarbeiter ein

Die Corona-Krise macht vor allem Unternehmen und Solo-Selbstständigen finanziell schwer zu schaffen. Eine Berufsgruppe, über die gemeinhin nicht viel gesprochen wird, trifft die Auswirkungen der Pandemie ebenfalls hart: Sexarbeiter. Und zwar in doppelter Hinsicht. Nicht nur, dass zahlreiche Prostituierte wegen der bundesweiten Bordellschließungen zurzeit nicht arbeiten und damit kein Geld verdienen können, die meisten von ihnen haben nicht einmal Anspruch auf Corona-Soforthilfe.

Ein vom BesD (Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen) neu eingerichteter Nothilfe Fonds soll betroffenen Sexarbeitern als finanzielles Auffangnetz dienen und sie existenziell absichern. Gelder aus diesem komplett durch Spenden finanzierten Härtefonds werden nur an wirklich hilfebedürftige Sexworker ausgezahlt, die keine anderen Hilfsgelder erhalten.

Wer spenden möchte, erhält alle notwendigen Informationen, zum Beispiel Kontoverbindung, auf der Internetseite des BesD. Sexarbeiter haben dort die Möglichkeit, sich über die wichtigsten Aspekte zur Antragsstellung zu informieren sowie Anschrift und Kontaktmöglichkeiten der zuständigen Beratungsstelle rauszusuchen.

Kein Gesundheitsschutz und Schlafplatz

Zu den Hintergründen: Rund 60 bis 80 Prozent der Sexarbeiter in Deutschland sind Migranten. Viele von ihnen sprechen weder deutsch oder englisch noch haben sie einen festen Wohnsitz. Vor den Bordellschließungen durften sie an ihrer Arbeitsstätte übernachten.

Zwar sind einige Bordelle auf Initiative des BesD als kostenlose Unterkunft für Prostituierte weiterhin zugelassen, allerdings gilt das nicht für alle Prostitutionsstätten. Daher haben viele ausländische Sexarbeiter momentan keinen Schlafplatz. Da ihre Einkünfte ausbleiben und die meisten Ländergrenzen dicht gemacht wurden, können sie in der Corona-Zeit auch nicht in ihr Heimatland zurückreisen.

Hinzu kommt, dass ein Großteil der Prostituierten keinen Zugang zu medizinischer Versorgung hat und nicht krankenversichert ist. Sie erhalten deshalb kein Krankengeld. Das stellt vor allem für Sexarbeiter, die unter einer chronischen oder psychischen Erkrankung leiden und auf regelmäßige Arztbesuche angewiesen wären, ein erhebliches Problem dar. Zum Beispiel für Menschen mit Angststörungen ist dieser Umstand untragbar.

Hier kannst du für den Nothilfe Fonds spenden

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